Engagement in der Jugendhilfe mit Jugendlichen in besonders schwierigen Situationen: Eva

Eva engagiert sich gern für Menschen in besonders schwierigen Situationen

Eva stammt aus Niedersachsen und hat Hamburg mit 15 Jahren beim Kirchentag lieb gewonnen. Nach der Schule besuchte sie hier die Schauspielschule und begann ein Studium der Geschichte. Das hat dann doch nicht ganz gepasst, darum verschlug es sie erstmal zurück in die Provinz, wo sie an einer sehr kleinen Hochschule (mit sehr guten Studienbedingungen!) das Studium der Sozialen Arbeit abschloss.

Sie hat sich schon früh für die Hospizarbeit interessiert, da sie aber für das Anerkennungsjahr kurzfristig doch keine Gelegenheit dafür in dem Hospiz bekam, das sie besonders interessierte, machte sie es in Hamburg in unserem Wohnhaus für Kinder und Jugendliche in Wandsbek. Im Anschluss wurde in der Stiftung übernommen. Heute arbeitet sie bereits seit 10 Jahren in der Pestalozzi-Stiftung Hamburg, aktuell im FALLREEP-‘Fachteam für jugendliches Hochrisikoklientel’, das erst 2018 die Arbeit aufgenommen hat.

“Niemand wird ins kalte Wasser geschmissen”

Von der stationären Jugendhilfe ging es für Eva lange Jahre in die ambulante Arbeit in einen unserer größeren Standorte, nach Berne. An der ambulanten Arbeit schätzt sie die hohe Eigenverantwortlichkeit, während sie als Berufsanfängerin gleichzeitig von den vielen Erfahrungen und dem breiten Spektrum unter den Kolleginnen und Kollegen profitieren konnte.

Das Engagement für einen Jugendlichen in dieser Zeit wird auch im Buch “Perlen Taucher” beschrieben.

Phasenweise reduzierte Eva ihren Stellenumfang und arbeitete mit einer halben Stelle in einem Forschungsprojekt am UKE in der Beratung von Familien, in denen eine Elternteil an Krebs erkrankt war, zeitweise hatte sie zusätzlich einen Lehrauftrag an ihrer alten Hochschule.

Arbeit mit “Systemsprengern” – Jugendlichen in besonders schwierigen Situationen

In der Jugendhilfe hat sich Eva immer mehr auf besonders herausfordernde Jugendliche spezialisiert und für diese Art der Betreuung entsprechende Fortbildungen durchlaufen. Zusammen mit KollegInnen und Leitung entwickelte sie ein spezielles Konzept für die Betreuung von sogenannten Systemsprengern. Dafür engagiert sich nun mit viel Schwung ein Team aus vier Personen als FALLREEP an unserem Standort in Borgfelde.

Das Fallreepteam arbeitet mit Jugendlichen, die im Regelsystem nicht mehr zu betreuen sind und versucht im ersten Schritt eine Verbindung aufzubauen und Betreuung wieder aushaltbar zu machen. Bei Eva sind das aktuell vier Mädchen, überwiegend im jüngeren Teenageralter. Sie haben sexualisierte Gewalt erfahren, haben Drogenprobleme, müssen mit Trauer umgehen, sind mehrfachtraumatisiert und haben wenig Struktur und Sicherheit in ihrem Alltagsleben.

Trauerarbeit und Mediation – auch für Kolleg/innen

Seit Kurzem gehört Eva auch dem stiftungsübergreifenden Team Mediation/Streitschlichtung und Trauerarbeit (M.u.T.) an. Ihre Erfahrungen in der Trauerarbeit helfen ihr dabei natürlich, ebenso wie ihre Weiterbildung zur Mediatorin. “M.u.T.” richtet sich an einzelne Mitarbeitende oder ganze Teams.

Flache Hierarchien und viele Freiräume

Die Pestalozzi-Stiftung Hamburg hat über 50 Angebote und Projekte, Eva freut sich, dass sie trotzdem fast überall KollegInnen kennt. An der Stiftungskultur schätzt sie das Vertrauen, dass den Mitarbeitenden entgegen gebracht wird. Die hohe Eigenverantwortung, die jeder trägt und die niedrigen Hierarchien bedeuten für Eva auch einen großen Handlungsspielraum und die Möglichkeit individuell und kreativ zu arbeiten. Wichtig ist ihr auch, dass sie das Gefühl hat, dass eine klare Haltung gern gesehen ist und unterstützt wird.

Privaten Ausgleich zur Arbeit findet Eva in der Gegengeraden am Millerntor oder auf der Landstraße in ihrem Bulli.

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